Hervorgehoben

warum diese Kombination aus Körpertraining und Spiritualität?

Warum Pilatestraining und JESUSzentrierte Spiritualität so gut zusammenpassen?

Joseph H. Pilates (1883-1967) hat als Eigenbrödler seinerzeit die Bewegungen von Babys und Katzen beobachtet1, sich anatomische Kenntnisse angeeignet und daraus seine Methode entwickelt. In dieser Methode geht es vor allem um das Körperzentrum, das bei jeder Übung trainiert wird und von dem alle Bewegung ausgeht. Erfunden hat dieses Körperzentrum allerdings nicht Pilates; er hat einfach nur Vorhandenes sehr gut beobachtet und verarbeitet. Erfunden hat es der Schöpfer des Universums, den wir kennenlernen können, in dem wir mit ihm reden,  Jesus durch das Lesen der Evangelien beobachten und den Heiligen Geist einladen, jeden Tag mit uns unterwegs zu sein.

Alles Mögliche, was mit dem Pilatestraining zu tun hat, ist für mich zum Sinnbild für mein Glaubensleben geworden. Das fasziniert mich und das werde ich im Blog auch immer wieder thematisieren. Mein Körpergefühl liefert mir oft zusätzliche Informationen zu geistlichen Zusammenhängen. Wenn ich nur mit meinem Verstand oder mit dem bisher Gelernten glauben müsste, würde mir etwas fehlen und ich würde stehen bleiben in meiner Entwicklung. Durch meine eigenen körperlichen Erfahrungen überrascht mich Gott immer wieder und zeigt mir neue Facetten seiner Persönlichkeit.

1 Rincke, Eva: Pilates- Der Mann, dessen Name Programm wurde, Herder 2015

Gelassenheit – denn er ist besorgt für euch

Mein Ziel der zweiten Trainingseinheit auf der Familienfreizeit war (siehe letzer Beitrag), dass die Teilnehmer erleben können, wie lange sie ihre Arme heben und oben halten können, ohne dass der Nacken schmerzt, einfach weil die Schultern günstig ausgerichtet sind. Günstig bzw. kraftsparend bedeutet, die Schultern vom Kopf weg Richtung Körpermitte zu ziehen, mit viel Abstand zum Verstand. Der Vers 7 aus 1. Petrus 5 erschien mir dazu passend: „indem ihr all eure Sorgen auf ihn werft. Denn er ist besorgt für euch.“

Verspannte Nackenmuskeln stehen für mich für Sorgen oder Ängste. Manchmal ziehen wir auch die Schultern hoch, einfach weil uns kalt ist oder wir etwas Schweres tragen. Im Pilatestraining aber auch in anderen funktionellen Trainings wird sehr darauf geachtet, dass der Schultergürtel organisiert ist. Damit meinen wir Trainer, dass die Schulterblätter Richtung Kreuzbein ziehen. Dabei ist es egal, wo sich die Arme gerade befinden. Selbst wenn wir über Kopf arbeiten oder die Arme gehoben haben, ist es nicht nötig die Schultern mitzuheben- ganz im Gegenteil. Wir können Kraft sparen, die Arm- und Rückenmuskulatur verlängern und kräftigen, wenn wir die Schultern tief ( Richtung Becken) lassen. Arm- und Rückenmuskeln können die Kräftigung vertragen und werden dabei noch angenehm warm.

Das erscheint mir das passende Körpergefühl zu sein, gelassen zu sein, die Sorgen auf ihn zu werfen und zu wissen, dass er besorgt ist für mich.

Gelassenheit bedeutet für mich nicht etwa, die Hände in den Schoß zu legen. Wobei das auch manchmal genau das Richtige ist 🙂 Es bedeutet, mit Ausdauer gestalten und zupacken zu können, ohne dass der Nacken schmerzt. Weil die Schultern eben nicht Richtung Kopf ziehen, sondern Richtung Körpermitte. Weil ich mich darauf verlasse, dass Gott für mich streitet ( 2. Mose 14,14), dass Gott mir einen Tisch deckt im Angesicht meiner Feinde (Psalm 23, 5) und dass Jesus mir dienen möchte (Matth. 20,28).

 

Was Demut mit Länge zu tun hat

Hier in diesem schönen Trauzimmer durfte ich „Frühsport“ anbieten während einer Familienfreizeit über Silvester. Da es eine Familienfreizeit der Jesusfreaks Deutschland war, bot es sich an, die Trainingseinheiten mit dem Glauben zu verbinden.

Ich mag es sehr, dass ich mit meinem Körper glauben kann und der Glaube nicht nur im Verstand stattfinden muss.

Für den Frühsport hatte ich mir als Motto die Verse aus 1. Petrus 5, 6 und 7 ausgesucht: „So demütigt euch nun unter die mächtige Hand Gottes, dass er euch erhöhe zu seiner Zeit. Indem ihr all eure Sorgen auf ihn werft. Denn er ist besorgt für euch.“

Der Schwerpunkt der ersten Trainingseinheit war es zum einen das Gewicht einer Hand tatsächlich zu spüren und dann Länge in der Wirbelsäule herzustellen gegen das Gewicht auf dem Kopf; in der Vorstellung kann dies die Hand Gottes sein.

Mich unter Gottes Hand zu demütigen ist für mich nichts Bedrückendes oder ein fieses Kleinmachen, sondern hat viel von Geborgenheit, Beschütztsein und einem Anschmiegen. Gleichzeitig entsteht im Körper ganz viel Streckung, das kannst du beim Lesen gleich selbst mal ausprobieren, wenn du dir eine Hand auf den Kopf legst und dich dagegen ausstreckst als wolltest du die Hand Richtung Decke schieben. Dabei entsteht ganz viel Länge im Körper, ganz viel Aufrichtung…

Zum anderen wollte ich meinen Teilnehmern zusätzlich ermöglichen, das Gefühl zu spüren, wenn es dem Körper leicht fällt, aufrecht zu sein. Also nicht zu viele Trainingsimpulse für morgens um 7.30 Uhr und nicht zu wenig, so dass sie angenehm wach und warm sind.

Eine mühelose Aufrichtung empfinde ich als das passende Körpergefühl von wahrer Demut: ich in meiner ganzen Größe- so wie Gott mich geschaffen hat. Dabei brauche ich meine Größe nicht unter den Scheffel stellen und muss mich nicht klein machen, damit ich nicht doch stolz werde. Denn selbst wenn ich ein Riese wäre, Gott wäre immer noch größer. Er hat kein Problem damit, dass ich talentiert, wichtig und wertvoll bin. Er selbst hat sich das Gute, was in mir steckt, ausgedacht. Allerdings streckt sich die Größe nach Gott aus. Denn dann bin ich einsortiert und erreiche sogar noch mehr Länge. Noch mehr Bandbreite und Vielfalt in mir. Und bin behütet.

wozu?

Wozu sind starke Muskeln überhaupt wichtig? Sieht das etwa schön aus? Das ist sicherlich Geschmackssache… Ich selbst fühle mich wohler, wenn meine Muskeln kräftig sind und ich beweglich bin. Dann fühlt sich die tägliche Arbeit nicht schwer an, dann leide ich nicht ständig an den Schmerzen, die ich ohne die entsprechenden Muskeln und eine günstige Körperausrichtung hätte. Außerdem mag ich das Gefühl beim Training, wenn die Muskeln brennen.

Mir ist aufgefallen, dass alle möglichen Berufe und Tätigkeiten, die das Leben schöner machen, Kraft brauchen: Friseure beim Föhnen, Babys schleppen, beim Umzug helfen, ein Haus bauen, Wäsche waschen, kochen, Gartenarbeit, Möbel herstellen oder restaurieren…

Wenn du also mal wieder belastet bist oder dich als Belastung anderen gegenüber empfindest: freu dich darüber! Du baust gerade Muskeln auf oder hilfst deinem Gegenüber Muskeln aufzubauen, entweder tatsächliche körperliche Muskeln oder emotionale. Die könnt ihr beide gut gebrauchen für ein schönes, erfülltes Leben.

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Schweinehund

Wie ich meinen inneren Schweinehund immer wieder überwinde?

Vor 10 Jahren: Ich hatte während meiner ersten Schwangerschaft ein entscheidendes Erlebnis, als ich am Boden saß, einen Stoff zuschneiden wollte und mich nicht mehr gut bewegen konnte, weil mein Bauch schon so dick war. Damals hab ich verstanden, dass ich mich gerne bewege, weil ich mich gerne bewege. Nicht um schmerzfrei zu sein, nicht um meine Figur zu verändern, sondern einfach nur, weil ich Lust an der Bewegung selbst habe, an der spontanen Regung (so völlig intrinsisch). Danach musste ich immer wieder mal längere oder kürzere Trainingspausen einlegen, aber dieses Bewusstsein konnte ich mir beibehalten. Es hat mir geholfen, immer wieder anzufangen.

Heute: Meistens trainiere ich zusätzlich zum Anleiten meiner Teilnehmer für mich selbst in regelmäßigen Abständen, so dass sich mein Körper immer wieder daran erinnern kann, wie gut sich Bewegung und einzelne Übungen anfühlen. Ist dann doch mal eine längere Pause entstanden, lege ich mich gerne einfach auf den Boden. Das ist gar nicht anstrengend und ich bekomme eine direkte Rückmeldung durch den harten Boden, dass ich getragen bin- total angenehm.

Wenn ich dann schonmal liege, führe ich gerne eine Übung aus, die mühelos und mobilisierend ist, etwa die Armkreise oder Beinkreise mit gebeugten Beinen. Ich schaukle auch gerne in Rückenlage mit angewinkelten Beinen hin und her und massiere meinen Rücken aus oder räkele mich etwas. Und spätestens dann ist meine Bewegungslust geweckt und ich merke, dass noch Energie im Körper schlummert, um noch kräftigende Übungen auszuführen.

Falls doch mal wirklich keine Energie vom Tag übrig sein sollte, war es trotzdem erholsam auf dem Boden und ich habe keine Zeit verloren.

Wie klappt es bei Dir?

zentriert bleiben

In der Bibel finden wir in Johannes 15,9ff (siehe vorherigen Beitrag) einen Hinweis, warum es wichtig ist, in Gottes Liebe zentriert zu bleiben und auch wie das geht. Beim Pilates bleibt der Trainierende zentriert, in dem er die Bauchmitte immer wieder bei der Ausatmung nach innen und oben Richtung Wirbelsäule zieht. Das aktiviert den tiefliegendsten Bauchmuskel, den transversus abdominis, der sich wie ein breiter Boxergürtel rund um die Taille legt. Der ist faszial unter anderem mit den Rückenstreckern verbunden, die für die Aufrichtung der Wirbelsäule verantwortlich sind.

Zumindest für Anfänger, Wiedereinsteiger nach einer längeren Pause oder auch für Frauen nach Geburt, wenn die Bauchdecke sich leer und schlabberig anfühlt, hat es sich bewährt, erstmal wieder die Bauchdecke locker zu lassen bei der Einatmung und ausatmend erneut nach innen zu ziehen. Sonst können nämlich durch das Training neue Verspannungen entstehen, etwa im Kiefer oder Nacken. Denn zentriert zu bleiben, also die Bauchdecke gespannt zu lassen während einer Übungsausführung, erfordert Koordination, mit eingezogenem Bauchnabel die Rippenbögen zur Atmung noch öffnen und schließen zu können und das will erst erlernt werden. Außerdem erfordert es Kraft in den beteiligten Muskeln und die muss erst aufgebaut werden. Das dauert bei dem einen Teilnehmer länger als bei dem anderen und das ist auch gut so.

Genauso ist es auch bezogen auf die Zentrierung auf Gott. Ihn im Fokus zu haben und auch zu behalten erfordert ebenso Übung, einerseits auf das Diesseits bezogen zu sein  ohne seinen liebevollen Blick auf mich und die Welt aus den Augen zu lassen. Und es erfordert Kraft, sich einschleichenden Zweifeln und Lügen, die mir im Laufe des Tages begegnen, zu widerstehen und seine Güte dagegen zu halten.

Aber das Üben lohnt sich, sowohl geistlich als auch körperlich!! Je kräftiger das Zentrum, desto mehr werden andere Bereiche entlastet, die sonst zu viel tragen müssten und dafür aber gar nicht ausgelegt sind. Es ist also entspannend, kraftsparend und bringt Genuss und Freude, zentriert zu sein ♥ Das steht nicht nur im Johannesevangelium, dass nämlich unsere Freude vollkommen sein wird. Das sehe ich auch an Teilnehmern, die schon länger mit der Pilatesmethode trainieren und mir lächelnd und schmerzfreier von ihren positiven Haltungsveränderungen berichten.

in seiner Liebe zentriert bleiben

Johannes 15, 9 – 11

„Wie mich mein Vater liebt, so liebe ich euch auch. Bleibt in meiner Liebe! Wenn ihr meine Gebote haltet, bleibt ihr in meiner Liebe, so wie ich meines Vaters Gebote gehalten habe und bleibe in seiner Liebe. Das habe ich euch gesagt, auf dass meine Freude in euch sei und eure Freude vollkommen werde.“

Alles hat seine Zeit

Alles hat seine Zeit (frei nach Prediger 3):

arbeiten hat seine Zeit, freihaben hat seine Zeit,

Kraft aufbauen hat seine Zeit, loslassen hat seine Zeit,

die Muskeln brennen lassen hat seine Zeit, zu Ruhe kommen hat seine Zeit,

aufrichten hat seine Zeit, zu Boden sinken hat seine Zeit

Wer lässt sich mit mir auf die Gegensätzlichkeit des Lebens ein und übt es beim Pilates?

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dein Körper als Zugang zu Gott

meine Predigt: „dein Körper als Zugang zu Gott“ hier klicken

 

 

Mein.— Erlöser.—- Lebt. —-

 

Mein:

Gott gehört ganz mir—— selbst wenn ich ihn teile, von ihm erzähle, ihn verkünde—- er gehört mir—- mir, ganz allein—-

ich darf ihn ganz haben—- mit allem, was er zu bieten hat—– keiner kann ihn mir nehmen, mein

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Erlöser:

nichts und niemand auf Erden kann mich erlösen außer Gott—– er löst—- er erlöst—– nicht eine Therapie, nicht irgendein Therapeut, kein Buch, nicht mein Wissen—– nicht mein Partner, nicht meine Freunde—- nicht die Musik, kein gepflegter Rausch, nicht die neueste Technik—- nicht die Sterne oder die Engel—- nicht die nächste Stunde Training—– nicht das leckere Essen, nicht die Nähe beim Sex—– kein Adrenalinkick, nicht der nächste Shopping Trip oder ein Baby—- nicht ich selbst oder meine Anstrengung—- nicht mein Fleiß, nicht meine Arbeit für Gott, noch nicht mal meine Liebe zu Gott kann mich erlösen —-

sondern ER tut das, NUR ER kann das, er erlöst mich, mein Erlöser

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lebt:

er ist hier bei mir— er schläft nicht—- er ist nicht tot—- er ist keine Einbildung—- er lebt tatsächlich—- er umgibt mich wie die Luft um mich herum—- und das jeden Tag

mein Erlöser lebt

sich führen lassen

Geführte Bewegung ist erleichterte Bewegung, so wie hier bei der Pilatesübung „leg circles“ mit Theraband und aufgestelltem Standbein.

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Die Anforderungen an die Raumwahrnehmung sind durch das Band etwas geringer, man kann das Beingewicht ins Band abgeben und eventuell fehlende Muskelkraft im Bein oder noch kurze Beinrückseiten ausgleichen. Die Aufmerksamkeit kann ganz beim Atmen und Zentrieren, im Hüftgelenk und stabilen Becken bleiben.

Für die Beziehung mit Gott heißt das: lass dich von ihm führen und durch seine Führung entlasten, er kennt den besten Weg für dich. Erwarte seine Tipps im Alltag und lass dich darauf ein, was seine Stimme dir sagt. Das erfordert natürlich etwas Vertrauen in das „Theraband“, dass es auch wirklich hilfreich ist, zu dir passt und dir am Ende gut tut. Wenn dieses Vertrauen noch fehlt, schieß es vor und probiere aus, wie gut es funktioniert. Ich kann dir versichern, dass Gott das Beste für dich vorbereitet hat und zwar nicht erst im Himmel! (In der Bibel heißt es: Werft euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat Hebräer 10,35)

 

P.S. Versprechen, dass dir niemals Schlechtes zustößt oder du als Kind Gottes niemals Ungerechtigkeiten erleben wirst, kann ich allerdings nicht. Denn Gott liebt alle Menschen und lässt ihnen deshalb ihren freien Willen. Auch den freien Willen, dir wehzutun. Aber er hat dabei die Kontrolle und lässt nur zu, was du tragen kannst.

In Jesaja wird Jesus angekündigt und dort gibt es den Vers Jesaja 53,4: „Fürwahr, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen.“ Wie passt das dazu, dass wir trotzdem krank werden und trotzdem Schmerzen haben? Ich verstehe das so, dass Jesus die Krankheit und die Schmerzen, die ich nicht hätte tragen können auf sich genommen hat. Den Rest mutet er mir durchaus zu… warum? Weil ich das aushalte und es mir mit ihm an meiner Seite keinen Schaden zufügen wird- es kann mir meine gottgegebene Würde nicht nehmen-, sondern allenfalls dazu dient ihm näher zu kommen und insgesamt sogar glücklicher zu werden. Römer 8,28